Pressemitteilungen

14. April 2016, Universitätsbibliothek Bamberg
Der Erzähler Warlam Schalamow

Leben oder schreiben

Warlam Schalamow

Warlam Schalamow (1907 – 1982) verbrachte viele Jahre in sowjetischen Arbeitslagern, erlebte dort Hunger, Kälte, Krankheiten, menschliche Grausamkeiten, Tod und Verzweiflung. Über diese Lagerzeit schrieb er später in seinen vier Bände umfassenden „Erzählungen aus Kolyma“, die zu den wichtigsten Texten über den Gulag zählen. Zu seinen Lebzeiten wurden in der UdSSR nur fünf kleine Gedichtbände von ihm veröffentlicht. Ab 2007 erscheinen seine Werke in deutscher Übersetzung im Verlag Matthes & Seitz. Seitdem wird der Schriftsteller in Deutschland zunehmend wahrgenommen.

Der Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth von Erdmann hat gemeinsam mit der Universitätsbibliothek die multimediale Ausstellung des Literaturhauses Berlin über den russischen Schriftsteller Warlam Schalamow nach Bamberg geholt. Sie führt mit Texten, Fotos, Videos und Objekten aus der Lagerwelt in das Leben und Werk von Schalamow ein. Die Ausstellung ist vom 14. April bis 12. Juni in der Universitätsbibliothek Bamberg, Teilbibliothek 4, Heumarkt 2, zu Gast.

26. Februar 2016, Universitätsbibliothek Würzburg
Am 25./26.02.2016 fand unter der Leitung von KALLIMACHOS der 13. Workshop der Reihe <philtag/> statt.

OCR und Textmining im Fokus der Digital Humanities - <philtag n="13"/>

Kallimachos Tube

Kallimachos
Mit KALLIMACHOS wird bis Ende 2017 an der UB Würzburg eine Forschungsinfrastruktur für geisteswissenschaftliche Projekte mit digitaler Perspektive geschaffen, die alle nötigen Schritte – von der Digitalisierung über die Erfassung und Analyse von Texten bis hin zur Online-Präsentation und zur Langzeitarchivierung der Daten und Analyseergebnisse – in einer flexiblen Kette aus anpassbaren und benutzerfreundlichen Werkzeugen zusammenfasst. Dazu werden Geisteswissenschaftler, Informatiker und Bibliothekare in einem regionalen Digital-Humanities-Zentrum zusammengeführt, dessen Kompetenzen durch Partnerschaften mit dem DFKI Kaiserslautern (OCR) und an der Universität Erlangen-Nürnberg (Linguistische Informatik) ergänzt werden. Die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Teilprojekte von KALLIMACHOS dienen dabei als exemplarische Anwendungsfälle für die Konzeption und den Aufbau des Workflowsystems. Nach Abschluss des Projekts können die erarbeiteten Werkzeuge und Lösungsstrategien für weitere Projekte nachgenutzt werden.

Tagungsplan zum Download (PDF)

Ort:
Raum 1.002 im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude (ZHSG) am Campus Hubland Süd.

Teilnahme und Kontakt:
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Weitere Informationen zum <philtag> und zum Projekt KALLIMACHOS finden Sie unter http://kallimachos.de/. Wenn Sie Interesse haben, an der Veranstaltung teilzunehmen, können Sie sich über die offizielle E-mail-Adresse kallimachos@bibliothek.uni-wuerzburg anmelden.

8. Januar 2016, Universitätsbibliothek der Technischen Universität München
Fernsehbeitrag auf ARD-alpha

Auf dem Weg zu einem neuen Harvard?

Screenshot Fernsehbeitrag ARD-alpha

Eine Harvard-Absolventin und ein Oxford-Student haben für das Campus Magazin von ARD-alpha einen Tag lang die TUM besucht. Giannina Schaefer und Lorin Samija schauten sich in Hörsälen, Laboren, Forschungseinrichtungen und in der Universitätsbibliothek um.

Sie ziehen ein für die TUM positives Fazit: Beide sehen nur wenige Unterschiede zu ihren Hochschulen. Auch abseits von Laboren und Einrichtungen der Spitzenforschung sei die Uni auf einem guten Weg – die TU habe exzellente digitale Angebote in ihrer Unibibliothek - diese überzeugten sogar die Testpersonen aus Oxford und Harvard.

Die TUM wurde 2006 als Exzellenzuniversität ausgezeichnet, sie wird seitdem von Bund und Land besonders gefördert. Der Beitrag geht der Frage nach: Was hat sich bis heute getan? Wurde das Ziel der Exzellenzinitiative erreicht, deutsche Universitäten auf internationales Spitzenniveau zu bringen?

ARD-alpha Campus Magazin am 7. Januar 2016 um 19 Uhr
Beitrag "Exzellenzinitiative: Wie viel Elite verträgt Deutschland?" (link is external) (5:37 Min.)

(Die Verfügbarkeit der Beiträge in den Mediatheken ist unter Umständen zeitlich begrenzt.)

1. Oktober 2015, Universitätsbibliothek Bamberg
Spatenstich zum Erweiterungsbau der Teilbibliothek 4

Das Paradies – eine Bibliothek

Spatenstich zum zweiten Bauabschnitt der Teilbibliothek 4

Am 1. April 2004 war es soweit: Die Universität Bamberg konnte die rund neun Millionen teure neue Teilbibliothek für Sprach- und Literaturwissenschaften zur Nutzung übernehmen. Das „Glashaus“ im Burgershof, in dem sich die umliegenden historischen Universitätsgebäude spiegeln, wird jetzt vergrößert. Kanzlerin Dagmar Steuer-Flieser nutzte den Spatenstich für die Erweiterung der Teilbibliothek 4 – ein „erster optischer Beginn“ – dazu, an die Geschichte des Gebäudes zu erinnern und allen Beteiligten zu danken. Zum Wintersemester 2017/2018 soll der zweite Bauabschnitt an der Stangsstraße Studierenden und Forschenden zur Nutzung übergeben werden.

26. Mai 2015, Universitätsbibliothek der FAU Erlangen-Nürnberg
"Ein Buch ist ein Buch" - Bibliothekare fordern ein Ende der Benachteiligung digitaler Medien und Techniken

Bibliotheken - von Anfang an Zukunft : 104. Bibliothekartag

Logobild mit der Nürnberger Burg

Beim 104. Deutschen Bibliothekartag finden sich vom 26. bis 29. Mai 2015 über 3.500 nationale und internationale Expertinnen und Experten zu Europas größtem Kongress der Bibliotheks- und Informationsbranche in Nürnberg ein. An vier Tagen stehen insbesondere die Herausforderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft im Mittelpunkt der Tagung. Mit dem Aufruf „Ein Buch ist ein Buch“ wenden sich die Veranstalter an die Politik und fordern ein Ende der Benachteiligung digitaler Medien und Techniken.

Im Bereich des Lesens und Publizierens bewirkt die fortschreitende Digitalisierung die größten technischen Erneuerungen seit der Erfindung des Buchdrucks. Dr. Klaus-Rainer Brintzinger, Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) und zugleich Direktor der Münchner Universitätsbibliothek, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Bibliothekarinnen und Bibliothekare als Informationsspezialisten gut für den digitalen Wandel aufgestellt seien, dass dieser Wandel jedoch erfordere, sich ständig neue Fähigkeiten anzueignen. Hier komme dem Bibliothekartag „als Ort des Austausches und der Weiterbildung eine herausragende Bedeutung zu“.

Bibliotheken als eine treibende Kraft der Digitalisierung

Gemäß der Digitalen Agenda der Bundesregierung verstehen sich Bibliotheken als Vertreter von Wissenschaft, Bildung und Forschung und somit als „Treiber von Innovationen“. Im letzten Jahrzehnt haben sich wissenschaftliche sowie öffentliche Bibliotheken dem digitalen Wandel angepasst und dadurch grundlegend verändert. Sie betreiben eigene Bildungs- und Vermittlungsarbeit und machen Menschen mit den Entwicklungen in der digitalen Welt vertraut. Die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz gehört schon seit vielen Jahren zu den Kernaufgaben öffentlicher wie wissenschaftlicher Bibliotheken. In Lehrveranstaltungen, Video-Clips, Online-Tutorials oder Chatdiensten sorgen sie mit zielgruppengerechten Angeboten für digitale Teilhabe. Darüber hinaus erwerben Bibliotheken zunehmend elektronische Medien: in Deutschland haben wissenschaftliche Bibliotheken mehr als 5 Millionen E-Books und mehr als 3,7 Millionen laufende Abonnements in ihrem Bestand, Stadt- und Gemeindebibliotheken kommen auf mehr als 1,25 Millionen Exemplare. Die digitalen Angebote der Bibliotheken werden auch durch eigene Digitalisierung erweitert. Allein das zentrale Verzeichnis digitalisierter Drucke enthält mehr als 1,25 Millionen Titel. Dazu kommen nochmals weit über eine Million Werke, die im Rahmen einzelner Projekte von Bibliotheken digitalisiert wurden.

Bibliotheken fordern Anpassung rechtlicher Grundlagen

Diese Beispiele zeigen, dass Bibliotheken schon lange im Internetzeitalter angekommen sind. Doch bei ihrer Weiterentwicklung sehen sie sich vielfach rechtlichen und politischen Hindernissen gegenüber. Die aktuell geltenden Regeln entsprechen nicht den Anforderungen der digitalen Welt. Mit Blick auf die Digitale Agenda der Bundesregierung, in der freier Zugang zum und freie Entfaltung im Internet gefordert wird, ist besonders unverständlich, dass gerade elektronische Medien durch bestehende gesetzliche Regelungen eklatant benachteiligt werden: Während der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % nur auf gedruckte Publikationen erhoben wird, ist für E-Books, elektronische Zeitschriften und Datenbankprodukte der volle Umsatzsteuersatz von 19% fällig. Bibliothekare, Buchhändler und Verleger fordern seit langem, auch auf elektronische Medien den ermäßigten Umsatzsteuersatz anzuwenden, wie dies in mehreren europäischen Ländern bereits der Fall ist. Dr. Klaus-Rainer Brintzinger fordert: „Ein Buch ist ein Buch, unabhängig von der medialen Form! Gerade der höhere Steuersatz für E-Books und digitale Zeitschriften ist gleichermaßen wissenschafts- und fortschrittsfeindlich. Von der Bundesregierung erwarte ich, dass sie sich ganz im Sinne ihrer digitalen Agenda rasch und effektiv bei der EU einsetzt, um die bestehende Benachteiligung digitaler Medien und Techniken rasch zu beseitigen.“

Bibliotheken fordern Recht zum Erwerb und Verleih elektronischer Medien

Die hinderlichen gesetzlichen Regelungen wirken sich auch auf die Ausleihe von E-Books aus. So haben Bibliotheken auf der Basis des geltenden Urheberrechts keinen Anspruch auf Erwerb und Verleih elektronischer Medien, weil ihnen die Verlage den Bezug der entsprechenden E-Books verweigern. Der Kölner Professor Tom Becker, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB), erwartet von der Politik „ein Bekenntnis, dass Bibliotheken grundsätzlich das Recht zuerkannt wird, E-Books zu erwerben und zu verleihen. Es gehe nicht an, dass Verlage weiterhin ganze Segmente ihrer elektronischen Bestände einer öffentlichen und somit auch leicht zugänglichen Nutzung entziehen.“

Einheitliche Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht

Das derzeit geltende deutsche Urheberrecht hinkt den Entwicklungen in der digitalen Welt deutlich hinterher. Die komplizierten Schrankenregelungen im deutschen Urheberrecht führen zu jahrelangen Gerichtsprozessen anstatt zu Rechtssicherheit für Bibliotheken. Anstelle vieler verstreuter und zudem unklar formulierter Normen wird – auch von unabhängigen Rechtswissenschaftlern – eine einheitliche Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht mit einer pauschalen Regelung zur Nutzung von Werken im digitalen Zeitalter verlangt. Die Regelungen auf europäischer Ebene sind dabei ebenso zu berücksichtigen wie die im internationalen Raum. Um grenzüberschreitende Wissenschaft nicht zu behindern, muss ein künftiges Urheberrecht auch berücksichtigen, dass Wissenschaftler für die rechnergestützte Suche, Analyse und Vernetzung von Texten sowie Daten erweiterte Nutzungsrechte benötigen. Bibliotheken schaffen die Infrastruktur für dieses sogenannte Open-Access-Publizieren, deren Bedeutung die „Expertenkommission für Forschung und Innovation“ (EFI) der Bundesregierung in ihrem letzten Jahresgutachten erneut betont hat.

Die Veranstalter des Deutschen Bibliothekartags

Der Deutsche Bibliothekartag tagt bereits seit dem Jahr 1900 jährlich in einer anderen Stadt. Veranstalter sind die beiden Berufsverbände VDB - Verein Deutscher Bibliothekare und Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv). Der seit dem Jahr 2000 bestehende BIB ist der Personalverband aller Beschäftigten in Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Die über 6.300 Mitglieder gehören allen Berufsgruppen der Bibliotheks- und Informationsbranche laufbahn- und fachübergreifend an.
Der Verein Deutscher Bibliothekare wurde im Jahr 1900 gegründet und ist die älteste bibliothekarische Vereinigung Deutschlands. Der VDB zählt etwa 1.700 Mitglieder, die vor allem im wissenschaftlichen Bibliotheksdienst beschäftigt sind.
Kooperationspartner ist der dbv, der sich seit über 60 Jahren für Bibliotheken in Deutschland einsetzt. Der Verband hat bundesweit ca. 2.100 Mitgliedsbibliotheken.

 

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