Next-Generation-Bibliothekssystem

Schmuckbanner mit FOLIO Logo

Bücher ausleihen und zurückgeben, erwerben und verwalten – schon seit vielen Jahren ist dies in Universitätsbibliotheken nicht ohne Softwareunterstützung denkbar. Traditionelle Bibliothekssysteme unterstützen dabei elektronische Medien nur sehr unzureichend – eine Anforderung, vor die der digitale Wandel die Universitätsbibliotheken verstärkt stellt. Diese Lücke zu schließen, ist die Zielsetzung sogenannter Next-Generation-Bibliothekssysteme.

FOLIO – Open Source Software zur Bibliotheksverwaltung

Einen völlig neuen Ansatz im Vergleich zu den Systemen der wenigen kommerziellen Anbieter verfolgt dabei FOLIO – The Future of Libraries Is Open. FOLIO wird seit 2015 von einer internationalen Gemeinschaft, getragen durch Bibliotheken in aller Welt, kooperativ als Open-Source-Software entwickelt und zeichnet sich entsprechend durch seine Offenheit aus. Die Entwicklung ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass FOLIO eine echte Alternative darstellt und in renommierten Institutionen wie der Cornell University bereits im Bibliotheksbetrieb eingesetzt wird.

Engagement der Universitätsbibliotheken in Bayern für FOLIO

Auch in Bayern engagieren sich bereits zahlreiche Universitätsbibliotheken in der Entwicklung von FOLIO. Die Universitätsbibliotheken der Ludwigs-Maximilians-Universität München, der Technischen Universität München, der Universität Regensburg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sind formelle Mitglieder der FOLIO Community.

Darüber hinaus hat der Verbundrat, das zentrale Leitungsgremium des Bibliotheksverbundes Bayern, die Einsetzung einer Task Force FOLIO zum Ende des Jahres 2020 beschlossen. Die Task Force trifft sich seitdem wöchentlich, um die Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes von FOLIO als Nachfolgesystem des bestehenden Bibliothekssystems zu beurteilen. Die beteiligten neun Universitäts- und zwei Hochschulbibliotheken bringen sich dabei gemäß ihren Schwerpunkten und besonderen Kompetenzen ein. Entsprechend wurden innerhalb der Task Force thematische Untergruppen gebildet, die sich speziell mit Fragen zu

  • Katalog
  • Erwerbung und Management elektronischer Ressourcen
  • Ausleihe
  • Discovery und OPAC
  • Datenimport und Schnittstellen

beschäftigen. In den meisten Bibliotheken wurden außerdem lokale Arbeitsgruppen gebildet, die die FOLIO-Evaluierung begleiten, Anforderungen sammeln und priorisieren. Da den beteiligten Bibliotheken vom Leibniz-Rechenzentrum jeweils eine eigene FOLIO-Testinstanz zur Verfügung gestellt wird, können die erarbeiteten Konzepte und Szenarien eingehend getestet und bewertet werden.

Im Rahmen eines virtuellen Showrooms hat die Task Force bereits im September 2021 eine breitere Bibliotheksöffentlichkeit über ihre Tätigkeit rund um FOLIO informiert. Die Präsentationen und Aufzeichnungen stehen allen Interessierten online zur Verfügung.